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Auslieferungszahlen 29.06.2026 10:40:00

Tesla-Aktie vor Überraschung? Darum wird ein Experte optimistischer - BYD lauert

Tesla-Aktie vor Überraschung? Darum wird ein Experte optimistischer - BYD lauert

• Morgan Stanley hebt die Tesla-Auslieferungsschätzung für das zweite Quartal an
• Treiber sind bessere Verkaufstrends in Europa und China
• Das Kursziel bleibt unverändert bei 415 US-Dollar

Morgan Stanley blickt zuversichtlicher auf das Fahrzeuggeschäft von Tesla. In einer Studie hob die US-Bank ihre Auslieferungsschätzung für das zweite Quartal auf rund 413.000 Fahrzeuge an, nach zuvor etwa 373.000. Damit liegt das Haus über dem Marktkonsens von rund 401.000 Einheiten. Den Ausschlag gaben bessere Verkaufstrends in Europa und China, die das Analystenteam aus den Registrierungs- und Absatzdaten für April und Mai ableitet. Für Anleger verschiebt sich die Frage damit weg von der Nachfrageschwäche des Jahres 2025, hin zur Tragfähigkeit der Erholung.

Europa und China ziehen an, die USA bremsen

Den größten Beitrag zur Anhebung liefert Europa. Dort lagen die Neuzulassungen den Angaben zufolge deutlich über dem Vorjahresniveau, der April brachte einen weiteren Erholungsmonat nach einem schwachen Jahr 2025. In China gewann der Absatz im Mai an Tempo und legte sowohl gegenüber dem Vorjahr als auch gegenüber dem Vormonat zu. Damit endete eine zweimonatige Phase rückläufiger Jahreswerte, was auf eine Stabilisierung der Nachfrage hindeutet. Schwächer blieb dagegen der US-Markt, wo die Verkäufe bis in den Mai unter dem Vorjahr lagen. In der Summe deuteten die regionalen Daten dennoch auf mehr Auslieferungen hin, als die Bank zuvor angesetzt hatte.

Kursziel bleibt, Skepsis beim Speichergeschäft

Am Kursziel von 415 US-Dollar hielt Morgan Stanley fest. Beim Energiespeichergeschäft bleiben die Analysten vorsichtiger als der Gesamtmarkt: Für das zweite Quartal rechnet man mit Installationen von 11,8 Gigawattstunden, deutlich unter der Konsensschätzung von rund 14,3 Gigawattstunden. Dahinter steht eine zurückhaltende Sicht auf den Projektzeitplan nach Verzögerungen zu Jahresbeginn. Für die zweite Jahreshälfte erwartet die Bank eine Beschleunigung und für das Gesamtjahr rund 55 Gigawattstunden, was weitgehend dem Konsens entspricht. Die höhere Auslieferungsprognose hob zugleich die Ergebnisschätzungen: Das bereinigte EBITDA des zweiten Quartals sieht das Haus elf Prozent höher, die Jahreswerte für Umsatz und Gewinn hob es moderat an.

Die Tesla-Aktie ging am 26. Juni 2026 mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 379,71 US-Dollar aus dem NASDAQ-Handel, das Tageshoch lag bei 387,80 US-Dollar. Im vorbörslichen NASDAQ-Handel am Montag steigt die Tesla-Aktie zeitweise um 0,86 Prozent auf 382,84 US-Dollar.

BYD bleibt der Maßstab im Wettbewerb

Die Erholung in Europa und China fällt in eine Phase, in der BYD genau dort angreift. Der chinesische Hersteller hat zuletzt acht neue Modelle für den europäischen Markt angekündigt und baut sein Vertriebsnetz über lokale Partner aus.

In Hongkong gewann die BYD-Aktie am Montag 1,10 Prozent auf 73,45 Hongkong-Dollar, allerdings hat der Titel seit Januar auch bereits mehr als 22 Prozent an Wert verloren. Für Tesla heißt das: Die besseren Absatzdaten entstehen nicht in einem leeren Markt, sondern gegen einen Wettbewerber, der in beiden Wachstumsregionen Tempo macht und über die eigene Batteriefertigung beim Preis Spielraum hat.

Anleger warten nun gespannt auf die offiziellen Auslieferungszahlen für das zweite Quartal, die Tesla üblicherweise wenige Tage nach Quartalsende meldet. Erst sie zeigen, ob die Schätzung von Morgan Stanley zu optimistisch war oder ob Europa und China die US-Schwäche tatsächlich überkompensieren.


Claudia Stephan, Redaktion finanzen.at

Dieser Text dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schließt jegliche Regressansprüche aus.

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Bildquelle: Robert Way / Shutterstock.com

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