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24.08.2026 10:24:14
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Der Markt bleibt unter Druck
Rückblick: Eine schwierige Woche
Teils positive Wirtschaftsindikatoren, vor allem aus dem Industriesektor, wurden dagegen kaum berücksichtigt. Dennoch konnten sich die Aktienkurse am Freitag zum Wochenausklang wieder leicht erholen und zumindest einen Teil ihrer Verluste wettmachen.
Minus in der Dax-Familie
Insgesamt gab der Deutsche Aktienindex (Dax) im Wochenvergleich um 1,5 Prozent auf 26.136,56 Punkte nach. Der MDax verlor 1,1 Prozent auf 32.110,41 Zähler, während sich das Minus beim Tech-Dax auf 0,4 Prozent beschränkte. Sein Schlussstand am Freitag lag bei 4.090,64 Punkten.
Lichtblick SAP
Zu den wenigen Lichtblicken im Dax zählten SAP, die ihren Erholungskurs der jüngeren Vergangenheit weiter fortsetzen und um 4,1 Prozent zulegten. Damit stellte der Walldorfer Software-Konzern die beste Dax-Aktie der vergangenen Woche. Auf der anderen Seite standen Infineon. Die Aktien des Chip-Herstellers konnten sich dem Ausverkauf bei Halbleiterwerten an den internationalen Börsen nicht entziehen und gaben um 9,4 Prozent nach. Ebenfalls deutlich unter Druck standen MTU mit einem Wochenminus von 8,0 Prozent.
Anleihen: Schwach präsentiert
Wie erwähnt haben sich die deutschen Anleihemärkte in der vergangenen Woche schwach präsentiert. Grund dafür waren insbesondere die anhaltenden Inflationssorgen und die Angst vor einer weiter ausufernden Staatsverschuldung, vor allem auch der USA, bei einem gleichzeitigen sehr hohen Kapitalbedarf für KI-Investments. Dies trieb die Renditen langlaufender Papiere in Europa auf die höchsten Stände seit 15 Jahren und in den USA sogar auf 19-Jahres-Hochs. Auch die Ankündigung der US-Regierung, verstärkt langfristige Staatsanleihen zurückzukaufen, konnten den Markt nur teilweise entspannen. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Wochenvergleich um 6 Hundertstel auf 3,25 Prozent. Die Umlaufrendite kletterte um 8 Basispunkte auf 3,21 Prozent.
USA: Anleihemarkt drückt Aktienkurse
Die Kurse an den US-Aktienbörsen haben in der vergangenen Woche ebenfalls nachgegeben. Auch dies war insbesondere auf die schwache Entwicklung am Anleihemarkt zurückzuführen. Für eine gewissen Stabilisierung sorgten dagegen gut laufende Aktien aus dem Gesundheits- und Pharmabereich - ein Beispiel dafür ist insbesondere Moderna, deren Kurs um 127,5 Prozent nach oben schossen - sowie aus dem Finanzsektor. Der marktbreite S&P-500-Index verlor im Wochenverlauf 1,4 Prozent auf 7.674,37 Punkte. Der tech-lastige Nasdaq-Composite-Index rutschte um 2,0 Prozent auf 26.180,45 Zähler ab, und der Dow-Jones-Index verlor 0,9 Prozent auf 53.277,01 Punkte.
Ausblick: Belastungsfaktoren bleiben bestehen
Trotz der Kurserholung am Freitag geben sich die meisten Analysten beim Blick auf die Entwicklung an den Börsen in der aktuellen Woche sehr vorsichtig. Denn die zuletzt belastenden Faktoren - Inflation, Ölpreise und Anleiherenditen - dürften sich nach allgemeiner Meinung nicht zum Besseren wenden. Umso mehr richtet sich der Blick der Auguren auf zwei wesentliche Ereignisse, die in den kommenden Tagen anstehen. Zum einen handelt es sich dabei um das traditionelle Notenbankertreffen in Jackson Hole. Die diesjährige Ausgabe findet vom Donnerstag bis Samstag statt. Mit Spannung warten nicht nur die Börsianer dabei vor allem auf die Rede von Fed-Präsident Kevin Warsh am Freitag ab16 Uhr deutscher Zeit. Nachdem zuletzt bekannt wurde, dass drei Mitglieder des Offenmarktausschusses der Fed Ende Juli für eine Leitzinserhöhung plädiert hatten, erhoffen sich die Marktteilnehmer zumindest einen Hinweis darauf, wie Warsh das Thema beurteilt. Dies auch im Hinblick darauf, dass bereits am Mittwoch einige US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht werden, die für die Fed-Zinsentscheidungen in der Regel mit relevant sind. Dabei handelt es sich um die Entwicklung der Privatausgaben, den Preisindex für persönliche Konsumausgaben und die Einkommensentwicklung.
Wie schneidet Nvidia ab?
Das zweite wesentliche Ereignis sind die neuesten Zahlen von Nvidia. Der Konzern wird diese am Mittwoch nach US-Börsenschluss bekanntgeben. Eingerahmt werden sie von den neuen Quartalszahlen von Salesforce und HP. Die große Frage ist, ob Nvidia die Konsens-Erwartung des Marktes, die leicht über der Prognose des Unternehmens selbst liegt, übertreffen kann.
Unabhängig von den zwei herausragenden Terminen stehen auch einige weitere wichtige Veröffentlichungen an. In Deutschland zählen unter anderem das Bruttoninlandsprodukt und der Ifo-Geschäftsklimaindex (beide am Dienstag), das GfK-Verbrauchervertrauen am Donnerstag und die neuesten Arbeitslosenzahlen dazu. Letztere werden am Freitag bekanntgegeben. Unternehmensseitig dürfte VW im Blickpunkt stehen. Denn am Mittwoch wird sich Konzernchef Oliver Blume bei einer Betriebsversammlung über seine vieldiskutierten Pläne für die weitere Entwicklung des Konzerns äußern.
Ausgewählte wichtige Termine der Woche
Montag, 24.08: CFNA-Index USA.
Dienstag, 25.08: Bruttoinlandsprodukt Deutschland; ifo-Geschäftsklimaindex; ADP-Beschäftigungsänderungen in den USA; Verbrauchervertrauen USA.
Mittwoch, 26.08: Entwicklung der Privatausgaben in den USA; Preisindex für persönliche Konsumausgaben in den USA; Einkommensentwicklung in den USA; US-Bruttoinlandsprodukt; Auftragseingänge für langlebige Verbrauchsgüter in den USA.
Donnerstag, 27.08: Beginn des Jackson-Hole-Symposiums; GfK-Verbrauchervertrauen für Deutschland; Erstanträge zur Arbeitslosenunterstützung in den USA.
Freitag, 28.08: Fortsetzung des Jackson-Hole-Symposiums; Arbeitslosenquote Deutschland; Entwicklung des Verbrauchervertrauens in der Eurozone; Geschäftsklimaindex Eurozone; Chicago Einkaufsmanagerindex; Uni Michigan Verbraucher-Stimmungsindex.
Ulrich Kirstein ist Pressesprecher der Börse gettex. Der Betriebswirt und Kunsthistoriker schreibt über Literatur und Börse, interviewt alle 14 Tage in Börse am Donnerstag den Leiter Marktsteuerung und hat u.a. mit Christine Bortenlänger Börse für Dummies und Aktien für Dummies verfasst.
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