thyssenkrupp Aktie
WKN: 750000 / ISIN: DE0007500001
|
12.05.2026 11:19:39
|
ROUNDUP/Thyssenkrupp: Sparprogramm greift - Umsätze unter Druck
ESSEN (dpa-AFX) - Dem Industriekonzern thyssenkrupp machen weiterhin eine maue Nachfrage im Automobilgeschäft sowie niedrigere Stahlpreise zu schaffen. Die Essener senken daher ihre Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 (per Ende September) leicht. Am übrigen Ausblick hält das Management um Konzernchef Miguel López jedoch fest. So stützt das laufende Restrukturierungsprogramm die Ergebnisse. Unterdessen treibt Thyssenkrupp den Umbau zu einer reinen Finanzholding voran.
Das zweite Geschäftsquartal fiel überwiegend besser aus als von Analysten erwartet. Dennoch entschieden sich Anleger am Dienstag zunächst, in einem schwächeren Marktumfeld Gewinne mitzunehmen. Dabei konnte die im MDAX notierte Aktie Anfangsverluste von fast drei Prozent im Verlauf des Vormittags jedoch wieder etwas aufholen. Zuletzt stand noch ein Minus von 0,7 Prozent zu Buche. Allerdings waren die Papiere im Vorfeld der Zahlen von Ende März bis Anfang Mai in der Spitze um fast 60 Prozent gestiegen.
"Das Umfeld bleibt äußerst anspruchsvoll", sagte Unternehmenslenker López in einer Telefonkonferenz. Der Umsatz ging daher im zweiten Geschäftsquartal (per Ende März) um zwei Prozent auf knapp 8,4 Milliarden Euro zurück, wie das Unternehmen am Morgen in Essen mitteilte. Dies war etwas besser als von Marktexperten angenommen. Wegen des anhaltend schwierigen Umfeldes senkte Thyssenkrupp seinen Umsatzausblick um jeweils einen Prozentpunkt und geht für 2025/26 nun von einer Entwicklung von minus drei Prozent bis zu Erlösen auf Vorjahresniveau aus. An der Ergebnisprognose hält der Konzern dagegen fest.
Gewinnseitig macht sich das Spar- und Restrukturierungsprogramm weiter positiv bemerkbar. So legte im zweiten Geschäftsquartal das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von im Vorjahr 19 auf 198 Millionen Euro zu. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Die Stahlsparte lieferte neben dem Materialgeschäft den größten Ergebnisbeitrag, auch dank gesunkener Kosten für Rohstoffe und Energie sowie geringerer Personalkosten. Der Stahl habe deutliche Schritte in die richtige Richtung gemacht, so López. Die spürbare Ergebnisverbesserung zeige, dass das Spar- und Restrukturierungsprogramm Wirkung entfalte, sagte der Konzernchef.
Positiv entwickelte sich auch der Auftragseingang. Dieser legte dank Großaufträgen beim Marineschiffbauer TKMS (TKMS thyssenkrupp Marine Systems) um knapp ein Drittel auf 10,6 Milliarden Euro zu. Ebenfalls positiv entwickelte sich das Wasserstoff-Neugeschäft bei der börsennotierten Elektrolyse-Tochter thyssenkrupp nucera. Gedämpft blieben die Auftragseingänge hingegen im Autozulieferergeschäft sowie in der Stahlsparte.
Unter dem Strich verdiente Thyssenkrupp mit einer Million Euro nach Minderheiten deutlich weniger als im Vorjahr, in dem das Unternehmen allerdings erheblich vom Verkauf von TK Electrical Steel India profitiert hatte.
López ist gerade dabei, den Traditionskonzern in eine Finanzholding umzubauen. Die Transformation komme gut voran, so der Manager. So wurde der Verkauf eines Bereichs im Automobilzulieferergeschäft abgeschlossen. Im Stahlgeschäft soll der geplante Verkauf der HKM-Anteile an Salzgitter die überschüssigen Kapazitäten senken. Nach dem Scheitern der Gespräche mit dem indischen Konkurrenten Jindal Steel über die Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung sieht López dies als wichtigen Schritt, um das Geschäft wieder wettbewerbsfähig aufzustellen. Den Abschluss des Verkaufs strebt Thyssenkrupp unverändert zum 1. Juni an.
Thyssenkrupp hatte die Gespräche mit Jindal kürzlich auf Eis gelegt und will nun die Sanierung des Stahlgeschäfts in Eigenregie vorantreiben. Man sei mit Jindal "freundschaftlich verbunden" und bleibe "im Gespräch", sagte der Manager. An der Entscheidung, perspektivisch nur noch eine Minderheit an der Sparte zu halten, rüttelt López dagegen nicht. Nicht infrage kommt für ihn dagegen ein Einstieg des Staates. Durch die neue Zollpolitik der Europäischen Union für Stahl sieht López zudem positivere Rahmenbedingungen, auch wenn diese sich, was höhere Preise angeht, seiner Ansicht nach wohl noch nicht in den nächsten ein, zwei Quartalen niederschlagen dürften./nas/la/tav/stk
Der finanzen.at Ratgeber für Aktien!
Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Nachrichten zu thyssenkrupp AG
|
17:59 |
Anleger in Frankfurt halten sich zurück: MDAX zeigt sich letztendlich schwächer (finanzen.at) | |
|
15:49 |
EQS-PVR: thyssenkrupp AG: Release according to Article 40, Section 1 of the WpHG [the German Securities Trading Act] with the objective of Europe-wide distribution (EQS Group) | |
|
11:19 |
ROUNDUP/Thyssenkrupp: Sparprogramm greift - Umsätze unter Druck (dpa-AFX) | |
|
09:29 |
Schwacher Handel in Frankfurt: MDAX präsentiert sich zum Handelsstart schwächer (finanzen.at) | |
|
09:19 |
ANALYSE-FLASH: Jefferies belässt Thyssenkrupp auf 'Buy' - Ziel 13 Euro (dpa-AFX) | |
|
07:04 |
Thyssenkrupp: Sparprogramm greift - Umsätze unter Druck (dpa-AFX) | |
|
11.05.26 |
Aufschläge in Frankfurt: Zum Handelsende Gewinne im MDAX (finanzen.at) | |
|
11.05.26 |
Pluszeichen in Frankfurt: MDAX-Börsianer greifen nachmittags zu (finanzen.at) |
Analysen zu thyssenkrupp AG
| 09:41 | thyssenkrupp Neutral | JP Morgan Chase & Co. | |
| 08:37 | thyssenkrupp Underweight | Barclays Capital | |
| 08:09 | thyssenkrupp Buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 05.05.26 | thyssenkrupp Buy | Deutsche Bank AG | |
| 05.05.26 | thyssenkrupp Buy | Jefferies & Company Inc. |
Aktien in diesem Artikel
| thyssenkrupp AG | 9,92 | -2,21% |
|