DocMorris Aktie
WKN DE: A0Q6J0 / ISIN: CH0042615283
| Starke Zahlen |
19.08.2026 14:51:00
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DocMorris wird optimistischer - Verlust deutlich reduziert - Aktie dennoch tiefer
Zwar habe die Online-Apotheke im ersten Halbjahr einen Schritt in Richtung Profitabilität in der zweiten Jahreshälfte gemacht, schrieb Analyst Martin Comtesse von der US-Bank Jefferies. Er verwies allerdings darauf, dass die außerordentlichen Kosten auf Jahressicht stark gestiegen seien. Grund sei unter anderem eine Restrukturierung im Zusammenhang mit der Nutzung Künstlicher Intelligenz.
"Alles in allem ein Schritt in die richtige Richtung, aber das Management muss beweisen, dass all die Umbaumaßnahmen die Kosten nachhaltig senken und die Effizienz erhöhen", lautet das Resümee des Experten.
DocMorris hebt Prognose an
Das Unternehmen will seinen Außenumsatz in Lokalwährungen in diesem Jahr um 9 bis 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steigern. Zuvor war noch ein Plus im mittleren einstelligen Bereich bis hin zu einem niedrigen Zehnprozentwert angepeilt. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll bei minus 10 bis minus 17,5 Millionen Schweizer Franken (rund 10,6 bis 18,6 Mio Euro) herauskommen. Hier hatte DocMorris vorher noch bis zu 25 Millionen Verlust befürchtet. Weiterhin will der Konzern in der zweiten Jahreshälfte operativ die Gewinnschwelle erreichen. Diesem Ziel sei der Konzern im ersten Halbjahr etwas näher gekommen, schrieb Jefferies-Experte Martin Comtesse.
Operativer Verlust mehr als halbiert
In den ersten sechs Monaten konnte das Unternehmen seinen bereinigten operativen Verlust von 28,8 auf 10,9 Millionen Franken mehr als halbieren. Dabei fiel der Wert im zweiten Quartal besser aus als zum Jahresstart. Auch die Profitabilität verbesserte sich dank niedrigerer Kundenbindungskosten. Unter dem Strich verringerte sich der Fehlbetrag ebenfalls, und zwar von 61,6 auf 53,1 Millionen Franken. Damit lag die Versandapotheke mit beiden Kennzahlen im Rahmen der Analystenerwartungen.
Belastet wurde das erste Halbjahr zugleich von Sonderausgaben in Höhe von rund 7,6 Millionen Franken. Diese fielen unter anderem durch die Schließung des Standorts in Ludwigshafen sowie die Umsetzung der neuen KI-Strategie an. DocMorris geht davon aus, durch diese Maßnahmen im zweiten Halbjahr nun vergleichbar hohe Kosten einsparen zu können.
Rezeptpflichtige Medikamente als Wachstumstreiber
Der Außenumsatz stieg zugleich um knapp 10 Prozent auf 628 Millionen Franken, wie das Unternehmen bereits Mitte Juli mitgeteilt hatte. Besonders stark entwickelte sich der Bereich Digital Services, zu dem neben dem digitalen Einlösen von E-Rezepten beispielsweise die Vermittlung von Online-Arztbesuchen, KI-gestützte Gesundheitsassistenten sowie Online-Beratungen von Kunden zählen. Der Umsatz in diesem Bereich wuchs um gut 71 Prozent.
Das Geschäft mit verschreibungspflichtigen Medikamenten zog um 38 Prozent an, wobei das zweite Quartal mit einem Plus von fast 46 Prozent noch stärker ausfiel. Dieser Trend habe sich in den ersten Wochen des dritten Quartals beschleunigt fortgesetzt, hieß es. DocMorris begründete die starke Entwicklung im E-Rezept-Geschäft mit einem erheblichen Zustrom neuer Kunden. Auch die Wiederbestellraten seien gestiegen.
Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern bei den verschreibungspflichtigen Medikamenten nun mit einem Wachstum von 40 Prozent und damit doppelt so viel wie bisher. Das stärker als bislang erwartete Wachstum im E-Rezept-Geschäft ist damit ein wesentlicher Grund für die angehobene Prognose.
Mittelfristziele bestätigt
Die Mittelfristziele bestätigte DocMorris unterdessen. Demnach werden weiterhin jährliche Wachstumsraten beim Umsatz von rund 15 Prozent sowie eine operative Marge von rund 8 Prozent erwartet. Unverändert bleibt auch die Prognose für den freien Barmittelfluss, der im Laufe des kommenden Jahres die Nulllinie erreichen soll.
UBS belässt DocMorris auf 'Neutral' - Ziel 10,70 Franken
Die Schweizer Großbank UBS hat die Einstufung für DocMorris mit einem Kursziel von 10,70 Franken auf "Neutral" belassen. Analyst Sebastian Vogel rechnet am Mittwoch mit einer durchwachsenen Kursreaktion auf den Quartalsbericht der Schweizer. Denn höheren Zielen und entsprechendem Potenzial für den Konsens stünden enttäuschende Resultate gegenüber. Zudem sei der Free Cashflow weiter negativ.
ZÜRICH (dpa-AFX)
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