ATX
4 126,97
|
-27,93
|
-0,67%
|
Geändert am: 30.03.2022 22:09:34
|
Zweifel in Bezug auf Ukraine-Verhandlungen: ATX und DAX schließen schwächer -- Wall Street letztlich mit Verlusten -- Asiens Börsen schlussendlich überwiegend freundlich
AUSTRIA
Die Wiener Börse schloss den Mittwochshandel mit roten Vorzeichen.
So eröffnete der ATX mit einem Verlust und fiel anschließend noch tiefer ins rote Terrain. Der österreichische Leitindex schloss 0,85 Prozent tiefer bei 3.353,07 Einheiten.
Im Zentrum stand zuletzt neben dem Ukraine-Krieg auch die inverse Zinskurve in den USA. Denn erstmals seit zweieinhalb Jahren übersteigt die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihen diejenige der zehnjährigen. Der Renditeabstand, im Fachjargon Spread genannt, zwischen den Schuldtiteln mit diesen Laufzeiten dient als Indikator für die Gesundheit einer Volkswirtschaft. Werfen die kürzer laufenden Titel mehr ab als die länger laufenden, sprechen Experten von einer "inversen Renditekurve". Sie gilt als Vorbote einer Rezession. Einige Marktexperten wollten diese Entwicklung allerdings nicht überbewerten.
Mit Bezug auf den Ukraine-Konflikt schrieb der IG-Market-Experte Christian Henke: "Jeder Hoffnungsschimmer wird an den Aktienmärkten zum Anlass genommen, um zu investieren." Trotz aller Gespräche sei ein Durchbruch bei den Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew noch nicht abzusehen. Die russische Regierung habe angekündigt, Truppen aus der Region um die Hauptstadt Kiew abzuziehen und somit zu deeskalieren. Allerdings hätten Experten diesbezüglich Zweifel.
"Die militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine setzen sich zwar fort, dafür gibt es aber Fortschritte bei den Verhandlungen in Istanbul, die auf eine Entspannung hoffen lassen", kommentierte diesbezüglich die Helaba. Sie verwiesen allerdings auf einen möglichen Gas-Exportstopps Russlands, wenn die Gas-Rechnung nicht in Rubel beglichen würde. Der Westen hatte diese Forderung Moskaus zuletzt abgelehnt. Die deutsche Regierung bereitet sich bereits auf eine erhebliche Verschlechterung der Gasversorgung vor.
Im Schatten des Ukraine-Kriegs verdüstert sich aus Sicht der Europäischen Zentralbank (EZB) der Konjunkturausblick in der Eurozone. Die russische Invasion in der Ukraine sorge für Vertrauensverlust und treibe die Energiepreise in die Höhe, warnte EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Nikosia. "Wir werden auf kurze Sicht mit höherer Inflation und niedrigerem Wachstum konfrontiert sein", fügte die Französin hinzu. Umso länger der Krieg dauere, desto höher würden die wirtschaftlichen Folgekosten ausfallen. Das belegten auch kürzlich veröffentlichte Daten, denn laut Zahlen der Europäischen Kommission hat sich die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone angesichts des Ukraine-Kriegs deutlich verschlechtert.
DEUTSCHLAND
Der deutsche Leitindex gab am Mittwoch kräftig nach.
So startete der DAX bereits mit einem Minus und vergrößerte dieses im weiteren Handelsverlauf noch. Mit einem Verlust von 1,45 Prozent und einem Stand von 14.606,05 Zählern ging der deutsche Leitindex aus dem Handel.
Die jüngste Euphorie an den Aktienmärkten hat zur Wochenmitte zunächst ein Ende gefunden. Am Vortag hatte die Nachricht, dass Russland die Kampfhandlungen bei Kiew drosseln will, die Märkte stark angetrieben. Ob die Maßnahme Russlands von Dauer sein wird, müsse sich jedoch erst noch zeigen, mahnte die Landesbank Helaba. "Noch geht der Krieg weiter und es gibt Sorgen vor einem Lieferstopp für Energie aus Russland". An den Rohstoffmärkten legte der Ölpreis wieder zu.
Der russische Teilrückzug sei "wohl weniger als Friedensangebot, sondern mehr als militärstrategische Operation zu werten", schrieb Investmentanalyst Uwe Streich von der Landesbank LBBW. Auch habe der US-Außenminister Antony Blinken keine wirklichen Fortschritte in den Gesprächen der Kriegsparteien erkennen können. Die Anleger hätten am Vortag "wohl zu optimistisch" reagiert.
WALL STREET
An der Wall Street war von der guten Stimmung vom Vortag am Mittwoch nichts mehr zu sehen.
Der Dow Jones begann die Sitzung minimal im Minus und gab dann weiter nach. Zeitweise kletterte er ins Plus, fiel dann jedoch wieder zurück. Aus dem Handel ging er letztlich mit einem Abschlag von 0,19 Prozent bei 35.228,81 Punkten. Der NASDAQ Composite bewegte sich zum Start ebenfalls schwächer. Anschließend verblieb er auf rotem Terrain. Sein Schlussstand: 14.442,27 Zähler (-1,21 Prozent).
Berichte über Fortschritte bei den Waffenstillstandsverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine hatten die Kurse an der Wall Street am Dienstag kräftig nach oben getrieben. Gleichzeitig gaben die Ölpreise weiter nach, was am Aktienmarkt ebenfalls mit Erleichterung aufgenommen wurde. Am Mittwoch legten die Preise am Ölmarkt allerdings wieder deutlicher zu. Russland hat dem am Dienstag bekundeten Willen zur Deeskalation bislang noch keine Tagen folgen lassen.
Frische US-Arbeitsmarktdaten hatten einen leicht negativen Einfluss auf die Aktienkurse. Die Privatwirtschaft der USA hat im März erneut zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen. Gegenüber dem Vormonat kamen 455.000 Stellen hinzu, wie der Arbeitsmarktdienstleister ADP mitteilte. Der Zuwachs liegt nur leicht unter dem Jobaufbau im Vormonat. Analysten hatten im Schnitt mit 450.000 neuen Arbeitsplätzen gerechnet. Besonders viele Stellen kamen im Dienstleistungssektor hinzu, der von weniger Corona-Beschränkungen profitiert haben dürfte.
ASIEN
In Asien ging es am Mittwoch mit den Indizes mehrheitlich aufwärts.
Der japanische Leitindex Nikkei schloss mit einem Verlust von 0,80 Prozent bei 28.027,25 Punkten. Hier kam Gegenwind vom sich weiter erholenden Yen.
Auf dem chinesischen Festland legte unterdessen der Shanghai Composite bis Handelsende um 1,96 Prozent auf 3.266,60 Indexpunkte zu. Fester präsentierte sich auch der Markt in Hongkong, wo der Hang Seng um 1,39 Prozent auf 22.232,03 Punkte stieg.
Wie bereits am Vortag in Europa und den USA zu sehen, sorgte die scheinbare Bewegung bei den russisch-ukrainischen Gesprächen für Zuversicht und Kaufbereitschaft. Russland hat angekündigt, seine militärischen Angriffe im Norden der Ukraine zurückzufahren, angeblich weil man dort beträchtliche Erfolge erzielt habe. Auch wenn dieser Ankündigung vielfach nicht getraut wird, legten die Aktienkurse zu. Dabei half, dass bei den Ölpreisen nach deren jüngstem deutlichen Rücksetzer relative Ruhe herrschte.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX

Wenn Sie mehr über das Thema Aktien erfahren wollen, finden Sie in unserem Ratgeber viele interessante Artikel dazu!
Jetzt informieren!
Unternehmensdaten
Datum | Unternehmen/Event |
---|---|
30.03.22 | 21Vianet Group Inc. (A) (spons. ADRs) / Quartalszahlen |
30.03.22 | 3U HOLDING AG / Quartalszahlen |
30.03.22 | 4Front Ventures Corp Registered Shs Subordinate Voting / Quartalszahlen |
30.03.22 | 51 Credit Card Inc. Registered Shs Unitary Reg S-144A / Quartalszahlen |
30.03.22 | Acutus Medical Inc Registered Shs / Quartalszahlen |
30.03.22 | Adagio Therapeutics Inc Registered Shs / Quartalszahlen |
30.03.22 | Adriatic Metals PLC Chess Deposit Interests Repr 1 Sh / Quartalszahlen |
30.03.22 | Adriatic Metals PLC Registered Shs / Quartalszahlen |
Wirtschaftsdaten
Datum | Unternehmen |
---|---|
30.03.22 | Die Zinssatzentscheidung der chilenischen Zentralbank |
30.03.22 | BRC Shop Preis Index (Monat) |
30.03.22 | Umsätze von großen Einzelhändlern |
30.03.22 | Einzelhandelsumsätze s.a (Monat) |
30.03.22 | Einzelhandelumsätze (Jahr) |
30.03.22 | Geschäftsaussichten |
30.03.22 | Geschäftsvertrauen |
30.03.22 | Einzelhandelsumsatz (im Jahresvergleich) |
30.03.22 | Einzelhandelsumsätze ( Monat ) |
30.03.22 | Industrieprognose |
30.03.22 | M3-Geldmenge ( Jahr ) |
30.03.22 | Darlehen im Privatsektor |
30.03.22 | BoT Zinsentscheidung |
30.03.22 | Index für das Verbrauchervertrauen |
30.03.22 | KOF Leitindikator |
30.03.22 | Erzeugerpreisindex (Jahr) |
30.03.22 | Erzeugerpreisindex (Monat) |
30.03.22 | Verbrauchervertrauen ( Monat ) |
30.03.22 | HVPI ( Monat ) |
30.03.22 | Verbraucherpreisindex ( Monat ) |
30.03.22 | HVPI ( Jahr ) |
30.03.22 | Verbraucherpreisindex ( Jahr ) |
30.03.22 | ZEW Umfrage - Konjunkturerwartungen |
30.03.22 | Industrieumsatz n.s.a. ( Jahr ) |
30.03.22 | Industrieumsatz s.a. ( Monat ) |
30.03.22 | Rede der EZB Präsidentin Lagarde |
30.03.22 | MPC Mitglied B. Broadbent spricht |
30.03.22 | Verbrauchervertrauen |
30.03.22 | Konjunkturoptimismus |
30.03.22 | Erzeugerpreisindex (Jahr) |
30.03.22 | Geschäftsklimaindex |
30.03.22 | Verbrauchervertrauen |
30.03.22 | Industrievertrauen |
30.03.22 | Wirtschaftliches Vertrauen |
30.03.22 | Stimmung im Dienstleistungssektor |
30.03.22 | Erzeugerpreisindex ( Jahr ) |
30.03.22 | Erzeugerpreisindex ( Monat ) |
30.03.22 | Verbraucherpreisindex (Monat) |
30.03.22 | Verbraucherpreisindex (Jahr) |
30.03.22 | Auktion 10-jähriger Staatsanleihen |
30.03.22 | MBA Hypothekenanträge |
30.03.22 | Inflationsindex für Großhandel/IGP-M |
30.03.22 | Arbeitslosenquote, saisonbereinigt |
30.03.22 | Arbeitslosenquote |
30.03.22 | Arbeitslosenquote |
30.03.22 | Harmonisierter Verbraucherpreisindex (Jahr) |
30.03.22 | Verbraucherpreisindex (Monat) |
30.03.22 | Verbraucherpreisindex (Jahr) |
30.03.22 | Harmonisierter Verbraucherpreisindex (Monat) |
30.03.22 | ADP Beschäftigungsänderung |
30.03.22 | Persönliche Konsumausgaben (Quartal) |
30.03.22 | Kernausgaben für persönlichen Konsum ( Quartal ) |
30.03.22 | Bruttoinlandsprodukt annualisiert |
30.03.22 | Bruttoinlandsprodukt Preisindex |
30.03.22 | SNB Quartals Bulletin |
30.03.22 | EIA Rohöl Lagerbestand |
30.03.22 | EZB Panetta Rede |
30.03.22 | Arbeitslosenquote |
30.03.22 | BOK Herstellung BSI |
30.03.22 | Haushaltsbilanz, Pesos |
Indizes in diesem Artikel
DAX | 22 390,84 | -0,66% | |
TecDAX | 3 613,72 | -0,62% | |
Dow Jones | 42 225,32 | 0,56% | |
NASDAQ Comp. | 17 601,05 | 0,87% | |
NASDAQ 100 | 19 581,78 | 0,75% | |
NIKKEI 225 | 35 725,87 | 0,28% | |
Hang Seng | 23 202,53 | -0,02% | |
ATX | 4 126,97 | -0,67% | |
Shanghai Composite | 3 350,13 | 0,05% |