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Geändert am: 28.05.2026 22:01:39

Waffenruhe im Iran-Krieg fragil: ATX und DAX schließen im Minus -- Wall Street schließlich im Plus -- Asiens Börsen letztlich überwiegend tiefer

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt tendierte am Donnerstag tiefer.

Der ATX hatte gut behauptet gestartet und verbuchte dann im weiteren Verlauf Verluste. Letztlich schloss er 0,87 Prozent tiefer bei 6.042,44 Punkten.

An der Wiener Börse haben die Anleger gelassen auf die jüngste Zuspitzung im Nahen Osten reagiert. Zwar glitten die Kurse nach einem stabilen Start in die Verlustzone ab, insgesamt bleibt der ATX aber in Reichweite seines gestrigen Rekordhochs von 6.167 Einheiten.

Das europäische Umfeld reagierte ebenfalls mit moderaten Abschlägen darauf, dass die Ölpreise einen Teil ihrer Vortagesverluste wieder aufholten. Trotz der Waffenruhe und der laufenden Verhandlungen für ein Kriegsende haben die USA erneut Ziele im Iran angegriffen. Die Revolutionsgarden der Islamischen Republik reagierten darauf am Donnerstag früh mit dem Beschuss eines US-Luftwaffenstützpunktes in der Golf-Region.

Laut Christian Henke, Chefmarktanalyst beim Broker IG, werde am Markt nun die weitere Reaktion des Irans beobachtet, darunter insbesondere, ob der Iran die Schifffahrt in Hormuz stärker angreift. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass die Gespräche zwischen den USA und dem Iran vorübergehend ausgesetzt werden, was den Konflikt weiter in die Länge ziehen würde.

Am heimischen Aktienmarkt rückte noch einmal die Berichtssaison mit Zahlen von VIG, EVN und UBM in den Fokus, wobei alle drei Unternehmen laut Einschätzung der Erste Group die Erwartungen übertrafen.

DEUTSCHLAND

Anleger am deutschen Aktienmarkt blieben am Donnerstag skeptisch.

Der DAX konnte sich nach einem negativen Start im weiteren Verlauf nur vorübergehend ins Plus vorarbeiten. Zum Handelsschluss stand dann wieder ein Abschlag von 0,34 Prozent auf 25.092,25 Punkte an der Kurstafel.

Die sich wieder verschärfende Auseinandersetzung im Nahen Osten hat den DAX am Donnerstag nicht übermässig beeindruckt. "Die Anleger in Frankfurt bleiben mit Blick auf Nahost in Lauerstellung und bauen trotz der wieder aufflackernden Angriffe auf ein konstruktives Verhandlungsergebnis", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets.

Das US-Militär hatte in der Nacht zu Donnerstag einen Bereich des Flughafens in der Hafenstadt Bandar Abbas im Landessüden attackiert, wie iranische Medien berichteten. Sechs Drohnen wurden nach US-Angaben abgeschossen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine Militärquelle, wonach mehrere Schiffe die Meerenge mit abgeschaltetem Radarsystem passieren wollten. Warnschüsse der Revolutionsgarden hätten zwei Schiffe zum Umkehren gezwungen und die US-Angriffe ausgelöst. In Reaktion auf diese habe man die US-Luftwaffenbasis attackiert, von der die Schläge ausgegangen seien. Zudem wurden bei israelischen Angriffen im Libanon nach staatlichen Angaben erneut mehrere Menschen getötet.

WALL STREET

Die Wall Street zeigte sich heute in Grün.

Der Dow Jones Industrial gewann zum Handelsstart minimal, rutschte anschließend jedoch direkt ins Minus ab. Im Tagesverlauf wechselte er mehrfach die Richtung. Schlussendlich ging er minimale 0,05 Prozent höher bei 50.668,39 Punkten aus der Sitzung.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite ging knapp höher in die Sitzung und fiel danach ebenfalls direkt in die Verlustzone. Anschließend konnte er jedoch Gewinne verzeichnen und den Tag 0,91 Prozent stärker bei 26.917,47 Zählern beenden.

Sowohl der marktbreite Aktienindex S&P 500 als auch die technologielastigen Börsenbarometer NASDAQ 100 und NASDAQ Composite Index erreichten im Tagesverlauf Höchststände.

Für den Donnerstagshandel ließ sich an der Wall Street ein teilweise wechselhafter Handel beobachten. Neue US-Militärschläge gegen den Iran belasteten die Stimmung und dämpften die Hoffnungen auf ein baldiges Friedensabkommen. Diese Entwicklungen spiegelten sich prompt in wieder anziehenden Ölpreisen wider, was die volatile Tendenz am Energiemarkt nach den deutlichen Verlusten des Vortages fortsetzte.

Wie das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf zwei US-Regierungsvertreter berichtete, haben Unterhändler der USA und des Irans eine vorläufige Einigung auf ein Rahmenabkommen erzielt. Diese Informationen wurden inzwischen auch aus Branchenkreisen bestätigt. Damit der Deal rechtskräftig wird, steht allerdings noch die finale Genehmigung durch US-Präsident Donald Trump aus.

ASIEN

An den Börsen in Asien ging es am Donnerstag mehrheitlich abwärts.

In Tokio gab der Nikkei 225 letztlich 0,47 Prozent ab auf 64.693,12 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland gewann der Shanghai Composite hingegen leichte 0,12 Prozent auf 4.098,64 Stellen.

In Hongkong notierte der Hang Seng unterdessen schlussendlich kräftige 1,27 Prozent tiefer bei 25.006,16 Punkten.

Mit teils deutlichen Abgaben zeigten sich die asiatischen Börsen am Donnerstag. Neuerliche Angriffe der USA auf den Iran dämpften die jüngsten Hoffnungen auf ein baldiges Friedensabkommen zwischen den beiden Ländern. Das US-Militär hat nahe der Straße von Hormus eine iranische Stellung angegriffen, von der aus Drohnen gesteuert wurden. Zudem seien vier Drohnen abgeschossen worden. US-Präsident Trump sagte überdies am Mittwoch, der Iran verkalkuliere sich, wenn er glaube, er werde seine Position aufweichen, um eine längere Pattsituation mit Teheran zu vermeiden.

Abzulesen ist die Entwicklung vor allem am Ölpreis. Hier ging es nach oben. Damit setzte sich die jüngste volatile Entwicklung fort. Am Vortag hatten die Ölpreise noch deutlich nachgegeben.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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