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Geändert am: 17.07.2026 22:05:27

ATX geht tiefrot ins Wochenende -- DAX beendet Handel leichter -- Wall Street schließt schwächer -- Asiens Börsen schlussendlich im Minus

AUSTRIA

Der Wiener Aktienmarkt präsentierte sich am Freitag deutlich schwächer.

So eröffnete der ATX im Minus und blieb auch anschließend auf rotem Terrain. Sein Schlussstand: 6.364,91 Punkte (-1,47 Prozent).

Am Wiener Aktienmarkt hat sich die leichte Kursschwäche der Vortage vor dem Wochenende noch einmal verschärft. Weitere Gewinnmitnahmen bei Technologiewerten und eine Fortsetzung der Angriffe im Nahen Osten minderten vor dem Wochenende allgemein die Risikofreude am Markt. Beim ATX, der aufgrund seiner zyklischen Zusammensetzung Marktschwankungen üblicherweise verstärkt nachvollzieht, fielen die Verluste damit noch einmal deutlicher aus als im europäischen Umfeld. Damit fiel er weiter von der 21-Tage-Linie für den kurzfristigen Trend ab und drohte sogar auf den tiefsten Stand seit Ende Juni zu fallen.

Sehr schwache Vorgaben lieferten die asiatischen Börsen. Vor allem in Tokio sowie zuvor schon an der US-Technologie-Börse NASDAQ Composite standen einmal mehr besonders Aktien mit KI-Bezug unter Druck. Nach deren Rally bis in den Juni hinein machen viele Anleger weiter Kasse.

Im Nahen Osten führten die USA und der Iran ihre gegenseitigen Angriffe fort, aber ohne größere Auswirkungen auf die Ölpreise. Die Marktteilnehmer hätten sich jedoch bereits an das Szenario eines gescheiterten Friedensabkommens gewöhnt, schrieben die Marktbeobachter der Helaba.

DEUTSCHLAND

Am deutschen Aktienmarkt blieben die Anleger am Freitag vorsichtig.

So startete der DAX bereits schwächer und stand auch im weiteren Handelsverlauf im Minus. Er beendete die Handelswoche mit Verlusten von 0,34 Prozent bei 24.830,98 Punkten.

Tiefrote Vorgaben aus der internationalen Tech-Branche haben am Freitag auch den DAX in Mitleidenschaft gezogen. Marktexperte Stephen Innes verwies darauf, dass aktuell neben Gewinnmitnahmen auch Druck auf den Markt komme durch eine Korrektur bei Anlageprodukten, die mit Hebel - also im Grunde auf Pump - Investments in KI-Aktien erlaubt hätten. Dieser Korrekturprozess könnte noch eine Weile andauern.

Marktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank konstatierte eine zunehmende Angst der Anleger, dass mit der Korrektur der Halbleiter- und KI-Titel "zunehmend andere, vielleicht unbeteiligte Aktien in Sippenhaft genommen werden". Denn "je stärker die Kurse fallen, desto grösser wird der Zwang, ausufernde Verluste bei Technologieaktien durch den Verkauf anderer Werte auszugleichen". Zudem bedrohe der sich verschärfende Konflikt im Nahen Osten die weltweiten Energie-Lieferketten.

Die internationale Tech-Schwäche belastete naturgemäß vor allem die hiesigen Branchentitel.

WALL STREET

Vor dem Wochenende dominierten die Bären an der Wall Street.

So ging der Dow Jones Industrial mit einem Abschlag in den Freitagshandel und verharrte auch weiterhin in der Verlustzone. Er verabschiedete sich 0,77 Prozent schwächer bei 52.146,39 Punkten ins Wochenende.
Der technologielastige NASDAQ Composite geriet kräftig unter Druck. Nach einem ohnehin schwachen Start ging es im Verlauf sogar weiter bergab. Sein Schlussstand: 25.520,24 Indexpunkte (-1,4 Prozent).

Im globalen Wettlauf um die Vorherrschaft bei Künstlicher Intelligenz (KI) setzte China einen neuen Meilenstein. Das vom Tech-Riesen Alibaba unterstützte Start-up Moonshot AI präsentierte sein neues Sprachmodell "Kimi K3", das nach eigenen Angaben mit den Spitzenmodellen der US-Konkurrenten OpenAI und Anthropic in einer Liga spielt. "Kimi K3" sorgt in der Branche für Aufsehen und schürt in den USA Sorgen um den schwindenden technologischen Vorsprung. Beobachter ziehen bereits Parallelen zum sogenannten "DeepSeek-Moment" Anfang 2025, als ein chinesisches Modell erstmals US-Dominanz-Annahmen erschütterte und die Tech-Aktienmärkte weltweit einbrechen liess.

ASIEN

Die Börsen in Asien erleiden am Freitag Abschläge.

In Tokio schloss der Nikkei 225 mit einem Verlust von 4,03 Prozent bei 64.141,12 Punkten.

Auf dem chinesischen Festland fiel der Shanghai Composite um 3,05 Prozent auf 3.764,16 Punkte.

In Hongkong gab der Hang Seng bis Handelsende um 1,78 Prozent auf 24.562,24 Indexpunkte ab.

Die asiatischen Aktienmärkte folgten damit der Vorlage der Wall Street, insbesondere den technologielastigen Nasdaq-Indizes. Einmal mehr kam es zu einer Verkaufswelle im Technologiesektor. Marktteilnehmer erklärten das mit Sorgen über mittlerweile viel zu hohe Bewertungen und verwiesen außerdem auf die andauernd extrem hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz.

Wieder einmal standen besonders Halbleiterwerte unter Druck, die bisherigen Highflyer des Jahres - und das trotz jüngst besser als erwartet ausgefallener Geschäftszahlen von TSMC und ASML. Laut Marktstratege James Ooi von Tiger Brokers hinterfragen die Marktakteure nach der Kursrally im bisherigen Jahresverlauf zunehmend die hohen Bewertungen. Deshalb reichten auch gute Unternehmenszahlen nicht mehr für weitere Kursanstiege.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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