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Geändert am: 10.06.2026 22:32:19

Iran-Krieg eskaliert: ATX schließt nach Richtungssuche schwächer -- US-Börsen schließen tiefer -- DAX letztlich leichter -- Asiens Börsen schließen tiefer

AUSTRIA

Die Wiener Börse präsentierte sich am Mittwoch schwächer.

Der ATX zeigte sich im frühen Handel im Plus, drehte im Anschluss jedoch in die Verlustzone. Im weiteren Tagesverlauf wechselte das Börsenbarometer dann mehrfach das Vorzeichen. Schlussendlich ging der ATX 0,66 Prozent tiefer bei 5.968,81 Punkten in den Feierabend.

An der Wiener Börse ließ sich am Mittwoch eine unsichere Tendenz beobachten. Die verschärfte Lage im Nahost-Konflikt sorgt bei den Anlegern nach wie vor für Zurückhaltung. Die USA und der Iran haben sich in der Golfregion trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig angegriffen. "Immerhin haben die USA die Angriffe als Reaktion auf den gestrigen Hubschrauber-Abschuss für beendet erklärt, sodass Hoffnung auf eine Fortsetzung der Verhandlungen besteht", schrieben die Helaba-Analysten in ihrem Tagesausblick.

Am heimischen Aktienmarkt lag auf Unternehmensebene eine sehr dünne Meldungslage vor.

DEUTSCHLAND

Anleger am deutschen Aktienmarkt agierten am Mittwoch vorsichtig.

So startete der DAX etwas fester und fiel im Anschluss unterhalb die Nulllinie. Zeitweise wurden dabei deutliche Verluste eingefahren. Zum Feierabend notierte der deutsche Leitindex 0,97 Prozent schwächer bei 24.195,31 Zählern.

Angesichts wieder zunehmender Spannungen im Iran-Krieg hatte der deutsche Aktienmarkt zur Wochenmitte den Rückwärtsgang eingelegt. Auch ein erneuter Schwächeanfall im globalen Technologiesektor sowie die am Nachmittag veröffentlichten US-Inflationsdaten hielten die Investoren davon ab, stärker ins Risiko zu gehen. Damit näherte sich der Leitindex der 200-Tage-Linie bei 24.180 Punkten, die als Indikator für den längerfristigen Trend angesehen wird.

Die USA und der Iran griffen sich trotz Waffenruhe und laufenden Verhandlungen über ein Kriegsende erneut gegenseitig an. Als Reaktion auf den Abschuss eines US-Militärhubschraubers bombardierte das US-Militär im Iran Luftabwehranlagen, Bodenkontrollstationen und Radaranlagen im Bereich der Strasse von Hormus. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an. Kuwaits Luftabwehr war laut Armeeangaben im Einsatz. Auch in Bahrain schrillten wieder Sirenen.

Mit Spannung erwartet wurde die Veröffentlichung der US-Verbraucherpreise für Mai. Diese stiegen im vergangenen Monat in der Gesamtrate wie von Volkswirten im Konsens erwartet um 0,5 Prozent zum Vormonat.

"Die Anleger befinden sich weiterhin in einem Balanceakt zwischen Zuversicht und Vorsicht. Auf der einen Seite stehen die Verheissungen der KI-Revolution, auf der anderen Seite Zweifel an den hohen Erwartungen, geopolitische Risiken und geldpolitische Unwägbarkeiten", konstatierte Marktexperte Timo Emden. "Die aktuelle Gemengelage gleicht einer Fahrt durch unbekanntes Terrain. Die Karte ist unvollständig, die Wegweiser widersprüchlich und hinter jeder Kurve könnte eine neue Schlagzeile warten."

WALL STREET

Die US-Börsen erlitten am Mittwoch Verluste.

Der Dow Jones Industrial sank zur Wochenmitte um 1,87 Prozent und schloss bei 49.919,21 Zählern.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite gab daneben um 1,98 Prozent auf 25.169,50 Punkte nach.

Zur Wochenmitte spielte sich ein leichterer Handel an den US-Börsen ab, nachdem die Mai-Daten zu den Verbraucherpreisen wie erwartet ausgefallen waren. Auch werde vor dem Mega-Börsengang von SpaceX am Freitag Liquidität aus dem Markt gezogen, heisst es aus dem Handel.

Die Verbraucherpreise stiegen im vergangenen Monat in der Gesamtrate wie von Volkswirten im Konsens erwartet um 0,5 (April: 0,6) Prozent zum Vormonat. Auf Jahressicht betrug der Preisanstieg 4,2 (April: 3,8) Prozent. Auch dies deckte sich mit der Konsenserwartung. In der Kernrate wich der Anstieg mit 0,2 (April: 0,4) Prozent geringfügig von der Konsensschätzung ab, die bei 0,3 Prozent gelegen hatte. Im Vergleich zum Vorjahr betrug die Kernteuerung wie erwartet 2,9 (April: 2,8) Prozent. Ursächlich für den beschleunigten Preisauftrieb ist vor allem der infolge des Nahost-Konflikts kräftig gestiegene Ölpreis.

Am Markt herrsche grosse Unsicherheit darüber, wie die US-Notenbank unter ihrem neuen Chef Kevin Warsh auf die Daten reagieren werde, kommentiert Marktstratege Gustav Helgesson von SEB. Eine hohe Inflation könnte die Marktzinsen weiter nach oben treiben, den Dollar aufwerten lassen und die Aktienmärkte weltweit unter Druck setzen, fügt er hinzu. Die US-Notenbank wird in der kommenden Woche ihre erste Zinssitzung unter der Leitung von Warsh abhalten. Der Anstieg der Inflation in den vergangenen Monaten in Verbindung mit einer soliden Beschäftigungslage in den USA lässt immer mehr Marktteilnehmer zu der Überzeugung gelangen, dass die Federal Reserve bis zum Jahresende die Zinsen erhöhen muss, um den Preisauftrieb einzudämmen.

ASIEN

Die Börsen in Asien notierten am Mittwoch teils mit deutlichen Verlusten.

So verlor der Nikkei 225 in Japan letztlich kräftige 1,89 Prozent auf 64.179,27 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland ging es ebenfalls nach unten: Der Shanghai Composite gab 0,42 Prozent ab auf 3.993,23 Zähler.

In Hongkong notierte der Hang Seng schlussendlich 0,64 Prozent tiefer bei 24.407,96 Einheiten.

Eine Eskalation des Iran-Kriegs setzte die asiatischen Aktienmärkte am Mittwoch unter Druck. Nach dem Abschuss eines US-Hubschraubers haben die USA mit massiven Angriffen auf iranische Ziele zurückgeschlagen. Teheran griff daraufhin laut iranischen Medien US-Stützpunkte in der Golfregion und in Jordanien an. Die militärischen Auseinandersetzungen lassen Zweifel am Fortschritt eines möglichen Friedensabkommens aufkommen. Die nur moderat steigenden Ölpreise zeigten aber, dass Anleger weiterhin auf ein Abkommen zur Beendigung des Krieges hoffen.

Zudem berichteten Händler auch wieder über aufkommende Zweifel an den langfristigen Renditen bei Künstlicher Intelligenz, weswegen der Technologiesektor in einigen Teilen der Region unter Druck stand. Bereits an der Wall Street hatten Technologiewerte gelitten. Die in den USA am Nachmittag (MESZ) anstehenden Verbraucherpreise vergrößern die Vorsicht gegenüber Technologietiteln. "Ein hoher Inflationswert würde die Erwartungen an 'länger hohe' US-Zinsen untermauern, (...) insbesondere da der Konflikt zwischen den USA und dem Iran keine Anzeichen für eine schnelle Lösung zeigt, urteilt MUFG-Analyst Lloyd Chan. Die Spannungen im Nahen Osten stünden weiterhin im Mittelpunkt, die Spannungen belasteten die globale Risikostimmung.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: wienerborse.at, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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10.06.26 Verbraucherpreisindex ohne Lebensmittel und Energie (Monat)
10.06.26 Verbraucherpreisindex (Jahr)
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EEX Strompreis Phelix DE 100,63 1,13 1,14
Erdgaspreis - Natural Gas 3,09 -0,09 -2,92
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Kakaopreis 2 883,00 -8,00 -0,28
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Zinnpreis 51 726,00 -1 330,00 -2,51
Zuckerpreis 0,14 -0,93
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Ölpreis (WTI) 87,99 -2,04 -2,27

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