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Geändert am: 08.06.2026 08:08:31

KI-Zweifel und erneute Eskalation im Nahen Osten: ATX-Anleger dürften sich zurückhalten -- DAX vor rotem Wochenauftakt -- Börsen in Asien geben nach

AUSTRIA

Die Wiener Börse dürfte tiefer in die neue Handelswoche starten.

Der ATX bewegte sich zunächst um seinen Vortagesschlusskurs, konnte im Verlauf jedoch Gewinne verbuchen. Im späten Handel fiel er jedoch ins Minus zurück, wo er sich 0,53 Prozent tiefer bei 6.084,17 Punkten ins Wochenende verabschiedete.

Die geopolitischen Risiken im Nahen Osten haben sich über das Wochenende drastisch verschärft. Israel setzte sich über die Warnungen von US-Präsident Trump hinweg und griff Ziele im Iran an. Damit drohen die diplomatischen Gespräche zwischen den USA und der Regierung in Teheran endgültig zu scheitern. Händler und Marktbeobachter warnen vor einer gefährlichen Eskalation, die den ohnehin volatilen Markt eiskalt erwischt.

DEUTSCHLAND

Für den Handelsstart in Deutschland zeichnen sich rote Vorzeichen ab.

Der DAX hatte bereits am Freitag 0,75 Prozent niedriger bei 24.759,05 Zählern geschlossen.

Die jüngste Talfahrt des DAX dürfte sich am Montag wegen schlechter globaler Vorgaben und der wieder eingetrübten Lage im Nahen Osten nochmals etwas verschärfen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex rund zwei Stunden vor dem XETRA-Start 1,2 Prozent tiefer auf 24.462 Punkte. Er wird damit wohl deutlich unter die 21-Tage-Linie fallen, die aktuell bei 24.700 Zählern verläuft. Die Gewinnmitnahmen an den US-Börsen hatten sich am Freitagabend nach dem US-Arbeitsmarktbericht beschleunigt und dies spiegelte sich zu Wochenbeginn auch im asiatischen Handel wider - vor allem an den technologielastigen Börsen in Tokio, Taiwan und Südkorea, die zuletzt stark von KI-Fantasie profitiert hatten. "Wenn sich der heisseste Tummelplatz plötzlich in eine hektische Fluchtsituation verwandelt, bleibt das den Händlern nicht verborgen", erklärte Stephen Innes, Managing Partner bei SPI Asset Management.

WALL STREET

Die Wall Street zeigte sich am Freitag mit einer markanten Talfahrt - insbesondere bei Technologieaktien.

Der Dow Jones Industrial rutschte während der Sitzung sukzessive ab und ermäßigte sich zum Handelsschluss um 1,35 Prozent auf 50.866,78 Punkte.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite verzeichnete ein kräftiges Minus von 4,18 Prozent auf 25.709,43 Zähler.

Mit heftigen Kursverlusten haben die US-Börsen am Freitag auf einen überraschend stark ausgefallenen Arbeitsmarktbericht (Payrolls) reagiert. Im Mai wurden mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze geschaffen wie von Volkswirten im Konsens erwartet. Zudem wurden die Daten für die beiden Vormonate nach oben revidiert. Das schürte die Furcht vor Zinserhöhungen der US-Notenbank. Der Arbeitsmarktbericht habe den Tauben im Offenmarktausschuss der Federal Reserve keine Vorlage geliefert, um für Leitzinssenkungen plädieren zu können, kommentierte Dirk Chlench, Senior Economist bei der LBBW. "Nach unserer Prognose wird die US-Notenbank in den kommenden Quartalen ihre Schlüsselzinsen unverändert lassen, im Zweifel sind Zinsanhebungen wahrscheinlicher", fügte er hinzu.

Technologiewerte führten mit Kursverlusten von durchschnittlich gut fünf Prozent die Liste der Verlierer mit weitem Abstand an. Kursgewinne verzeichneten die Sektoren Massenkonsumgüter, Gesundheit und Versorger.

Unter den Anlegern schien sich die Neigung zu verstärken, vor allem im Technologiesektor Gewinne mitzunehmen, zumal nachdem Broadcom am Mittwoch mit dem Ausblick enttäuscht hatte. Zum anderen werden der anstehende Börsengang von SpaceX und die Kapitalerhöhung von Meta in naher Zukunft in Summe wohl bis zu 160 Milliarden Dollar aufsaugen. Das Geld dürfte zum Teil auch durch den Verkauf anderer Technologieaktien aus den Portfolios aufgebracht werden müssen. Und nicht zuletzt reagiert der Sektor stärker auf steigende Marktzinsen, weil ein Großteil der Bewertung von Technologieunternehmen auf zukünftig erwarteten Gewinnen basiert. Steigende Zinsen verringern den heutigen Barwert dieser zukünftigen Erträge deutlich.

ASIEN

Die Börsen in Asien zeigen sich zum Wochenstart schwächer.

Der Nikkei 225 verliert zeitweise 4,60 Prozent auf 63.523,13 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland geht es ebenfalls abwärts - der Shanghai Composite verliert zwischenzeitlich 2,02 Prozent auf 3.946,31 Indexpunkte.

In Hongkong rutscht daneben der Hang Seng um 1,83 Prozent auf 24.505,69 Zähler ins Minus.

Die Aktienmärkte in Fernost werden von mehreren Faktoren belastet und geben auf breiter Front teils massiv nach. Händler nennen Zinsängste, steigende Ölpreise und die Eskalation im Nahostkrieg. Die unerwartet starken US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag verstärken die Spekulationen in den USA auf Zinserhöhungen. Dazu flammt die militärische Auseinandersetzung zwischen dem Iran und Israel wieder auf. Beide Seiten überzogen sich mit Angriffen aus der Luft. Das dämpft Hoffnungen auf ein Friedensabkommen, in der Folge ziehen die Ölpreise an. Verkauft werden mit den Zinserhöhungssorgen unter anderem Technologiewerte aus dem Halbleiterbereich, wozu aber auch Gewinnmitanhmen nach der fulminanten Rally beitragen. Besonders betroffen sind davon die Börsen in Südkorea, Japan und Taiwan.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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