| Geschäft umgestellt |
04.08.2026 18:47:00
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BitMine baut um: Warum Ethereum künftig im Mittelpunkt steht
• BitMine hielt zum Stichtag 12. Juli 5,77 Millionen ETH, davon waren 4,9 Millionen ETH gestakt
• Bitcoin-Mining trug nur noch 624.000 US-Dollar zum Umsatz bei, Beratungsleistungen 168.000 US-Dollar
Ethereum-Staking als neue Haupteinnahmequelle bei BitMine
Der Wandel bei BitMine zeigt sich in den Zahlen des jüngsten Quartalsberichts besonders deutlich. Von den insgesamt 46,5 Millionen US-Dollar Umsatz im Quartal per Ende Mai entfielen 45,7 Millionen US-Dollar auf Erträge aus Ethereum-Staking und -Validierung, wie das Unternehmen in seiner SEC-Einreichung mitteilte. Damit macht dieser Geschäftsbereich inzwischen praktisch das gesamte operative Geschäft von BitMine aus.
Der Vergleich mit dem Vorjahr verdeutlicht das Tempo dieser Verschiebung. Im entsprechenden Quartal 2025 hatte der Gesamtumsatz noch bei rund 2 Millionen US-Dollar gelegen, was einer Steigerung um etwa das 22-Fache entspricht. Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres bis Ende Mai wies BitMine zudem Staking-Erträge von 56,9 Millionen US-Dollar aus, was einem Anteil von 95 Prozent am Gesamtumsatz dieses Zeitraums entspricht.
BitMines Geschäftsmodell im Umbruch: Vom Miner zum Staking-Konzern
BitMine begann im November 2025 mit dem nativen Staking von Ethereum und baute dieses Segment in den folgenden Monaten konsequent aus. Parallel dazu verlor das traditionelle Bitcoin-Mining, mit dem der Konzern ursprünglich sein Geschäft betrieben hatte, deutlich an Bedeutung. Im aktuellen Quartal erzielte dieser Geschäftszweig lediglich noch 624.000 US-Dollar Umsatz, Beratungsleistungen trugen 168.000 US-Dollar bei, während Maschinenverleih und der Verkauf von Mining-Equipment nach der Einstellung dieser Aktivitäten keine Erträge mehr lieferten.
Diese Entwicklung lässt sich als weitgehende strategische Neuausrichtung beschreiben: BitMine hat sein Geschäftsmodell so verändert, dass die Zahlen inzwischen fast ausschließlich vom Ethereum-Staking abhängen, während das frühere Kerngeschäft Mining nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.
MAVAN: BitMines institutionelle Staking-Plattform
Im März 2026 startete BitMine mit dem Made in America Validator Network, kurz MAVAN, eine eigene institutionelle Staking-Infrastruktur. Die Plattform ist darauf ausgelegt, sowohl den eigenen ETH-Bestand des Konzerns zu verwalten als auch externen Verwahrstellen und institutionellen Kunden Staking-Dienstleistungen anzubieten. Im selben Monat übernahm BitMine das australische Unternehmen Pier Two, einen Anbieter von Staking-Infrastruktur, der im aktuellen Quartal bereits 3,53 Millionen US-Dollar zu den Staking-Erträgen beisteuerte und inzwischen unter der MAVAN-Marke firmiert.
Mit dieser Übernahme erweiterte BitMine seine technische Basis für das Staking-Geschäft und positionierte sich zugleich als Anbieter für Dritte, die selbst keine eigene Validierungsinfrastruktur betreiben wollen.
So groß sind BitMines ETH-Bestand und Staking-Anteil
Der Umfang des Ethereum-Bestands bildet die Grundlage für das gesamte Geschäftsmodell. Zum Stichtag 12. Juli hielt BitMine nach eigenen Angaben insgesamt 5,77 Millionen ETH, von denen genau 4.917.189 ETH über eigene Operationen und Partner gestakt waren, was einem Anteil von rund 85 Prozent entspricht. Langfristig verfolgt der Konzern das Ziel, fünf Prozent des gesamten Ethereum-Angebots zu besitzen, eine Strategie, die Chairman Tom Lee als "Alchemy of 5%" bezeichnet hat. BitMine selbst weist in seiner SEC-Einreichung auf ein damit verbundenes Konzentrationsrisiko hin. Da die Staking- und Validierungserträge stark auf die MAVAN-Aktivitäten konzentriert sind, könnten sinkende Staking-Renditen, Störungen bei Validatoren, Protokolländerungen bei Ethereum oder regulatorische Entwicklungen die künftigen Erträge erheblich beeinträchtigen.
Welche Jahresrendite BitMine aus dem Staking erwartet
Für die Zukunft rechnet BitMine mit weiter steigenden Erträgen aus dem Staking-Geschäft. Auf Basis einer aktuellen annualisierten Sieben-Tage-Rendite von 2,70 Prozent schätzt Chairman Tom Lee, dass der Konzern bei vollständigem Staking seines gesamten ETH-Bestands über MAVAN und Partnerplattformen jährliche Staking-Erträge von etwa 284 Millionen US-Dollar erzielen könnte. Diese Projektion hängt allerdings von mehreren Faktoren ab, darunter die Entwicklung der Staking-Renditen, der Ethereum-Preis und die Leistungsfähigkeit der Validatoren, und kann sich entsprechend verändern. Trotz der starken Umsatzentwicklung im Staking-Segment verzeichnete BitMine im Quartal einen Nettoverlust von 83,6 Millionen US-Dollar, der unter anderem auf Verluste aus Derivaten und weitere Kosten zurückgeht. Das zeigt, dass das Wachstum bei den Staking-Erträgen bislang nicht in eine operative Profitabilität des Gesamtkonzerns umgemünzt werden konnte.
Paul Schütte, Redaktion finanzen.at
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