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20.03.2025 18:00:00

Wiener Börse (Schluss) - ATX gibt nach, Zollsorgen belasten

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Der Wiener Aktienmarkt hat am Donnerstag nachgegeben. Der ATX stand zum Handelsende 1,22 Prozent tiefer bei 4.285,04 Punkten. Damit gab der österreichische Leitindex die Gewinne vom Wochenbeginn wieder ab, im Zuge dessen er ein weiteres 16-Jahres-Hoch bei rund 4.356 Zählern erreicht hatte. Der ATX Prime verlor 1,23 Prozent auf 2.149,66 Einheiten.

Verluste gab es auch im europäischen Umfeld zu sehen, wenn auch oft in geringerem Ausmaß. Die Anleger würden sich weiterhin um die Auswirkungen der US-Zollpolitik sorgen, kommentierte Christian Henke vom Broker IG. Neuen Nährboden erhielten diese Bedenken durch Aussagen der EZB-Präsidentin Christine Lagarde, die vor den Auswirkungen eines Handelskriegs warnte. Das Wachstum würde dadurch gedämpft werden und die Inflation angeheizt, sagte Lagarde im Wirtschafts- und Währungsausschuss (ECON) des EU-Parlaments.

Warnende Töne schlugen auch die Notenbanker aus anderen europäischen Ländern an. Die Währungshüter aus Großbritannien, der Schweiz und Schweden wiesen im Rahmen ihrer Zinsentscheidungen allesamt auf gestiegene geopolitische Risiken hin.

Vor diesem Hintergrund nahmen die Anleger bei exportlastigen Industriewerten Gewinne mit. Andritz gaben um 2,4 Prozent nach. voestalpine fielen um 1,9 Prozent. Von Gewinnmitnahmen belastet rutschten auch Lenzing mit minus 5,8 Prozent ans untere ATX-Ende. Schwächer tendierten auch die schwer gewichteten Bankaktien. Erste Group und BAWAG büßten bis zu 0,7 Prozent ein.

Nach anfänglich klaren Gewinnen schlossen Anteile am Verbund letztlich 4,2 Prozent leichter. Der Versorger hat zwar nach den Rekordergebnissen aus den Vorjahren einen Ergebniseinbruch verbucht. Vor allem wegen eines höheren Ergebnisses im Bereich Wasserkraft hätten jedoch die Ergebnisse im Schlussquartal positiv überrascht, kommentierte Erste-Analyst Petr Bartek. Aussagen des Finanzvorstands würden inzwischen auf eine jährliche Belastung von fast 100 Mio. Euro bis 2030 durch den Energiekrisenbeitrag hindeuten. Auch wenn sich dies noch ändern könnte, seien Äußerungen kurzfristig negativ für die Stimmung, so Bartek.

Auch Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO) hat 2024 weniger verdient und weniger Gewinn geschrieben. Insbesondere das schwache Marktumfeld in den USA habe belastet, hieß es vom Unternehmen, das seine Dividende zusammenstrich. Die SBO-Aktien büßten 4,5 Prozent ein.

Anteilsscheine von Semperit stiegen als bester Wert im prime market um 4,2 Prozent. Der Nettogewinn des Gummi- und Kautschukkonzerns drehte 2024 wieder ins Plus und auch die operativen Gewinnzahlen legten zu. Für das laufende Jahr gibt sich der Semperit-Vorstand jedoch vorsichtig. Trotz des schwachen Marktumfelds habe das Unternehmen ein ordentliches Ergebnis erzielt, kommentierte Baader-Analyst Christian Obst.

Unter den Nebenwerten gaben Steyr Motors um weitere 20 Prozent auf 68 Euro nach. Das Papier hatte in den Vortagen mit extremen Kursschwankungen auf sich aufmerksam gemacht. Innerhalb weniger Tage hatte sich der Kurs bis auf 390 Euro vervielfacht, bevor er ebenso schnell wieder einbrach. Experten sahen die massiven Kursanstiege - trotz guter Geschäftszahlen und Erwartungen der steigenden Rüstungsinvestitionen - jedoch nicht von den Fundamentaldaten gedeckt.

Auch die Aktien von Frequentis hatten zuletzt vom europäischen Rüstungsrausch profitiert. Sie kamen am Donnerstag um 7,7 Prozent zurück.

spa/sto

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