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Geändert am: 29.07.2026 17:47:30

Ausverkauf im Chipsektor setzt sich fort: ATX beendet Handel im Minus -- DAX schließt wenig bewegt -- Asiens Börsen letztlich uneins

AUSTRIA

Der heimische Aktienmarkt verbuchte zur Wochenmitte Verluste.

Der ATX notierte letztlich 0,52 Prozent im Minus bei 6.300,88 Punkten, nachdem er zunächst kaum von der Stelle gekommen war und zeitweise sogar Gewinne verzeichnen konnte.

Wieder steigende Rohölpreise nach neuen Angriffen im Iran-Krieg belasteten international die Stimmung. Das Highlight des heutigen Tages ist am Abend die Zinsentscheidung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed, schreiben die Helaba-Analysten in ihrem Tageskommentar. Eine Veränderung des Leitzinsniveaus wird mehrheitlich nicht erwartet, hieß es weiter von den Experten.

Am heimischen Aktienmarkt rückte die Erste Group mit positiven Aussichten in den Fokus. Endgültige Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr lieferte zudem KapschTrafficCom.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Leitindex präsentierte sich am Mittwoch schlussendlich kaum verändert.

Der DAX eröffnete die Sitzung etwas höher. Im Verlauf wechselte er zeitweise zwischen Gewinnen und Verlusten, notierte letztlich jedoch marginale 0,01 Prozent im Minus bei 25.460,48 Punkten.

Gut aufgenommene Quartalszahlen von Unternehmen haben den DAX am Mittwoch gestützt und neue geopolitische Sorgen etwas in den Hintergrund gedrängt. Neuerliche Angriffe des Iran im Krieg mit den USA ließen die Preise für Öl und Gas jedoch wieder steigen und drückten etwas auf die Stimmung. Vorsicht herrschte außerdem vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank am Abend und den nach US-Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen großer US-Technologiefirmen.

Erstmals seit dem vorläufigen Stopp der US-Angriffe auf Ziele im Iran haben Teherans Streitkräfte nach Darstellung des US-Militärs mehrere ballistische Raketen auf US-Truppen im Nahen Osten abgefeuert. Laut dem US-Regionalkommando Centcom sind alle Geschosse abgefangen worden.

Bei der zweiten Zinsentscheidung der Fed unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh rechnen die meisten Beobachter erneut nicht mit einer Änderung beim Leitzins, sodass dieser zum fünften Mal in Folge in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent bleiben dürfte. Die Diskussion über eine mögliche Zinserhöhung hat zuletzt aber wieder zugenommen. Der Iran-Krieg sorgt weiter für große Verunsicherung.

Verunsichert waren auch die Anleger im Halbleitersektor. In diesem ging es in den USA und in Asien erneut bergab. Bedenken, dass sich die immens hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) nicht rechnen könnten, sowie Sorgen vor Konkurrenz aus China trüben die Stimmung ein.

WALL STREET

Die US-Börsen notieren am Mittwoch in der Verlustzone.

Der Dow Jones Industrial verlor zu Beginn 0,14 Prozent auf 52.674,21 Punkte und rutscht im Anschluss tiefer ins Minus.
Der technologielastige NASDAQ Composite eröffnete die Sitzung dagegen minimal 0,05 Prozent im Minus bei 24.863,48 Punkten und gibt im weiteren Verlauf ebenso ab.

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed nehmen die Anleger bei den zuletzt favorisierten Standardwerten erst einmal Gewinne mit. Während die Ölpreise wieder deutlich anziehen, quittierte der Wall Street-Index Dow Jones Industrial folgte auf fünf Gewinntage in Rekordnähe ein Abschlag. Im Technologiebereich kommt der NASDAQ nicht wieder auf die Beine. Ein anfänglicher Stabilisierungsversuch erledigte sich schon im frühen Handel.

Anleger bleiben vorsichtig, denn im Tagesverlauf werden wichtige Nachrichten erwartet. Am Abend entscheidet zuerst die US-Notenbank über den Leitzins. Obendrein legen mit Microsoft und Meta nachbörslich die nächsten zwei Mitglieder der sogenannten Glorreichen Sieben ihre Quartalsberichte vor. Am Donnerstag ist dann der iPhone-Hersteller Apple an der Reihe, dessen Aktie seit Wochenbeginn einen Rekordlauf hat.

ASIEN

Die asiatischen Märkte gaben auch zur Wochenmitte mehrheitlich nach.

Der japanische Nikkei 225 verlor letztlich 1,49 Prozent auf 61.434,19 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite dagegen 0,40 Prozent höher bei 3.828,47 Zählern.

Der Hang Seng gewann derweil 1,96 Prozent auf 25.807,92 Einheiten.

Kräftig abwärts ging es erneut in Südkorea: Der technologielastige KOSPI fiel um 5,98 Prozent auf 5.663,24 Punkte.

Während sich an den asiatischen Aktienbörsen am Mittwoch meist schwächere Trends durchsetzten, blieb es beim Ausverkauf im Halbleitersektor wie schon am Vortag. Der südkoreanische KOSPI brach erneut ein, Händler sprachen von panikartigen Verkäufen im Halbleitersektor. Wie schon am Vortag wuchs die Skepsis, ob die enormen KI-Investitionen tatsächlich ausreichende Renditen erwirtschaften werden. Belastet wurden die Börsen zudem von steigenden Ölpreisen, nachdem im Nahen Osten erneut Kämpfe und wechselseitige Attacken ausgebrochen sind. Der Iran hatte einen überraschenden Angriff mit ballistischen Raketen auf US-Streitkräfte in der Region gestartet - die USA schlugen zurück.

Die Verunsicherung am Markt wurde durch die am Abend anstehende Leitzinsentscheidung in den USA verschärft. Zwar dürfte die US-Notenbank das Zinsniveau bestätigen. Doch warnt CBA-Analystin Carol Kong: "Es gibt eine geringe Chance, dass die Mehrheit (des Offenmarktausschusses) für eine Anhebung der Zinsen stimmt." Falkenhafte Kommentare von der Fed nach der geldpolitischen Sitzung seien wahrscheinlich.

Höhere Zinsen wären auch für den Technologiesektor mit seinen hohen Kosten ein zusätzliches Problem.

Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX


Bildquelle: Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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