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Geändert am: 04.06.2026 22:21:34
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Dow letztlich fester -- ATX und DAX schließen in Grün -- Asiens Börsen schlussendlich mit Abgaben
AUSTRIA
Die Wiener Börse präsentierte sich am Donnerstag von ihrer positiven Seite.
Der ATX wechselte nach einem freundlichen Start mehrfach das Vorzeichen und schloss letztlich 0,33 Prozent stärker bei 6.116,53 Punkten.
Damit erholte sich der heimische Leitindex etwas vom schwächeren Vortag. Unterstützung kam dabei von den Finanzwerten.
Auch im europäischen Umfeld waren überwiegend Zuwächse zu sehen. Entspannung brachte, dass die Ölpreise nach Anstiegen in der ersten Wochenhälfte wieder spürbar zurückkamen. Im Fokus blieb die unübersichtliche Lage im Nahen Osten. Immerhin dürften die Gespräche zwischen den USA und dem Iran jüngsten Wortmeldungen von beiden Seiten zufolge fortgesetzt werden.
DEUTSCHLAND
Der deutsche Aktienmarkt bewegte sich höher.
Der DAX konnte nach einem freundlichen Start vorübergehend sogar über die runde Marke von 25.000 Punkten steigen. Zum Handelsschluss stand dann ein Plus von 0,60 Prozent bei 24.944,95 Punkten an der Kurstafel.
Für Beruhigung sorgte am Donnerstag der wieder gesunkene Ölpreis, der unter der Hoffnung auf eine Waffenruhe im Libanon litt. Die Rally rund um Künstliche Intelligenz (KI) geriet allerdings etwas ins Stocken. Mit Broadcom überzeugte in den USA eine der KI-Größen beim Ausblick nicht ganz. Dies belastete Halbleiterwerte auch hierzulande. Die Lage im Iran-Krieg bleibt undurchsichtig.
Auch dank hoher Kursgewinne der schwer gewichteten SAP SE-Aktien hatte der deutsche Leitindex zwischenzeitlich die Marke von 25.000 Zählern überwunden.
Einerseits sorge die KI-Euphorie jenseits des Atlantiks für Kursfantasie, andererseits hielten geldpolitische Unsicherheiten und geopolitische Risiken die Anleger im Zaum, schrieb Analyst Timo Emden von Emden Research und fuhr fort "Zwischen KI-Goldgräberstimmung und Nahostrisiken suchen Anleger weiterhin ihren Nordstern." Zwar taste sich der DAX wieder in Richtung der Marke von 25.000 Punkten vor, doch das Fundament bleibe fragil.
WALL STREET
Der US-Leitindex zog am Donnerstag kräftig an.
Der Dow Jones Industrial hatte mit einem klaren Gewinn eröffnet, vergrößerte diesen anschließend deutlich und schloss 1,73 Prozent fester bei 51.562,12 Punkten.
Der Techwerteindex NASDAQ Composite drehte nach anfänglichen Verlusten im weiteren Handelsverlauf moderat ins Plus, bevor er wieder an die Nulllinie zurückfiel. Schlussendlich beendete er den Handelstag kaum verändert (-0,09 Prozent) bei 26.830,96 Zählern.
Der Leitindex wurde gestützt von Aktien des Gesundheits- und Finanzsektors. Unter den Anlegern keimte wieder Hoffnung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges auf, wie Händler sagen.
Im Technologiesektor dämpfte allerdings Broadcom die Kauflaune. Das Unternehmen profitiert weiterhin von der hohen Nachfrage nach Chips für Anwendungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und verzeichnet dadurch ein starkes Wachstum. Auch die vorgelegten Quartalszahlen entsprachen den Erwartungen. Für Enttäuschung sorgte allerdings der KI-bezogene Teil des Ausblicks. "Es wird zunehmend schwieriger, die Erwartungen der Anleger in jedem Quartal erneut zu übertreffen", erklärte Blayne Curtis von der Investmentbank Jefferies. An der grundsätzlichen Dynamik des KI-Geschäfts ändere dies jedoch nichts.
"Das ist ein klassischer Fall von sehr hohen Erwartungen, die auf einen Markt treffen, der auf Perfektion setzt (...). Anleger bestrafen derzeit alles, was nicht exakt ihren Vorstellungen entspricht", erläuterte Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown.
Etwas Unterstützung erhielten die Börsen immerhin von sinkenden Ölpreisen. Hintergrund ist ist Einigung zwischen Israel und Libanon auf eine Verlängerung der Waffenruhe - allerdings vorausgesetzt, die vom Iran unterstützte Miliz Hisbollah stellt ihre Angriffe ein. Diese aber lehnt eine Waffenruhe ab. Derweil hat US-Präsident Donald Trump jedoch versichert, die US-Streitkräfte würden ihre Angriffe auf den Iran nicht wieder aufnehmen, sofern keine US-Soldaten getötet würden. Unterdessen steigt auch in den USA der Druck auf den Präsidenten, den Krieg zu beenden. Das von den Republikanern kontrollierte Repräsentantenhaus hat mehrheitlich für eine Resolution gestimmt, mit der Trump die Fortsetzung des Kriegs untersagt werden soll. Die Zustimmung des Senats steht indessen noch aus. Überdies bedarf es einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Kongresses, um ein Veto von Trump auszuhebeln. Die Rohölsorte Brent verbilligt sich um fast 3 Prozent je Barrel. "Ohne eine Normalisierung der regionalen Ölströme ist der Markt zunehmend starken Aufwärtsschwankungen ausgesetzt, da die Lagerbestände weiter abnehmen", warnten jedoch die ING-Analysten Warren Patterson und Ewa Manthey.
ASIEN
An den Börsen in Asien waren am Donnerstag Kursverluste zu beobachten.
Der Nikkei 225 verlor letztlich 1,36 Prozent auf 67.470,69 Punkte.
Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite 0,64 Prozent im Minus bei 4.057,78 Stellen.
In Hongkong verlor der Hang Seng schlussendlich 1,48 Prozent auf 25.253,40 Zähler.
Die asiatischen Aktienmärkte haben am Donnerstag auf breiter Front nachgegeben und folgten damit der negativen Vorlage der US-Börsen. Verkauft wurden unter anderem auch Technologieaktien. Marktteilnehmer sprachen von Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally.
Hauptbelastungsgrund an den lokalen Märkten war die um sich greifende Sorge, dass ein Ende des Iran-Kriegs wieder in weitere Ferne gerückt sein könnte, nachdem sich die Streitkräfte von USA und Iran erneut Gefechte geliefert hatten. Die Risikostimmung habe sich angesichts mangelnder Fortschritte bei den Gesprächen zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Konflikts und weiterer Militäraktionen abgeschwächt, urteilt NAB-Analyst Gavin Friend. "Auf die Frage nach dem Zeitpunkt eines Abkommens und der Öffnung der Straße von Hormus hat US-Präsident Trump den überraschenden Vorschlag gemacht, dass die Meerenge bis zum US-"Labor Day Holiday" am 7. September geschlossen bleiben könnte. Der Vorschlag einer Verlängerung der Schließung um dann sechs Monate ist nicht stimmungsfördernd", fügte der Stratege hinzu. Die Ölpreise zeigen sich davon allerdings kaum beeindruckt, sie geben sogar leicht nach.
Redaktion finanzen.at / APA / Dow Jones Newswires / dpa-AFX
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